Pro­gramm

Gia­c­in­to Scel­si (1905–1988)
In no­mi­ne Lu­cis (1974)
Char­les Uzor (*1961)
Le temps dé­b­or­de (1997)
Alex­an­der Her­mann (*1966)
Im­pro­vi­sa­ti­on
Ru­pert Hu­ber (*1953)
AN­RU­FUNG UND EH­RUNG (2021)
kur­ze Pau­se
Robert Mo­ran (*1937)
Sa­la­gra­ma für 2 Or­geln
und Per­kus­si­on (1979)


Mu­si­ker:in­nen

Alex­an­der Her­mann → Or­gel
Bea­tri­ce Menz-Her­mann → Or­gel 2
Ru­pert Hu­ber → Per­kus­si­on

Mitt­woch 27. Ok­tober 2021, Dom St. Gal­len, 20 Uhr

In no­mi­ne Lu­cis
Alex­an­der Her­mann spielt an der St. Gal­ler Do­m­or­gel
Erst­auf­füh­run­gen von Gia­c­in­to Scel­si, Ru­pert Hu­ber, Robert Mo­ran, Char­les Uzor und Alex­an­der Her­mann


Ei­ne An­ek­do­te über Gia­c­in­to Scel­si be­sagt, dass der Kom­po­nist aus Ver­zweif­lung über die un­end­li­chen Mög­lich­kei­ten des Zwölf­ton­sys­tems sich ei­ner Psy­cho­the­ra­pie un­ter­zog. Auf An­ra­ten des Psy­ch­ia­ters, nur ei­nen Ton zu spie­len und al­le an­de­ren ein­fach weg­zu­las­sen, wa­ren sei­ne Pro­b­le­me (zu­min­dest der Le­gen­de nach) ge­löst. Je­den­falls ent­wi­ckel­te Scel­si sei­nen Per­so­nal­s­til «su una no­ta so­la», der ihn im ho­hen Al­ter welt­be­rühmt mach­te. In dem Stück In no­mi­ne Lu­cis wird die­se Tech­nik auf die Or­gel über­tra­gen, mit den vie­len Re­gis­tern das Me­ga-In­stru­ment par ex­cel­len­ce. Scel­sis Werk wird in St. Gal­len zum ers­ten Mal auf­ge­führt.
Der Münch­ner Or­ga­nist Alex­an­der Her­mann gibt zu­dem ei­ne Im­pro­vi­sa­ti­on auf der gros­sen Do­m­or­gel und das Or­gel so­lo Stück Le temps dé­b­or­de von Char­les Uzor. Die Ur­auf­füh­rung von Ru­pert Hu­bers AN­RU­FUNG UND EH­RUNG, ein Werk, in dem die vom Kom­po­nis­ten ge­schätz­ten ne­pa­le­si­schen Trom­meln den Or­gel­klang er­wei­tern, be­sch­liesst den ers­ten Teil des Kon­zerts.
Wie die Zeit gleich­sam «über die Rän­der» fliesst, zeigt auch im 2. Teil das 40-mi­nü­ti­ge Sa­la­gra­ma des US-ame­ri­ka­ni­schen Kom­po­nis­ten Robert Mo­ran. In Morans Werk sind wie bei John Ca­ge die Ein­flüs­se der öst­li­chen Phi­lo­so­phie dis­k­ret spür­bar.