CANTASTROZZI
Ensemble für Improvisation

Freitag, 23. Oktober 2009, 20 Uhr, Pfalzkeller St.Gallen

Lilo Marburg, Vox
Meie Lutz, Vox
Christina Dieterle, Geige
Brigitte Meyer, Cello und Vox

vier frauen entlocken der gegenwart klänge:
schwebend, schräg, überraschend, auch mal schrill und deftig,
schön und berührend.
mit ihren stimmen und instrumenten geben sie dem augenblick
seine dramaturgie in hörbildern zurück.
ihre musikalische spielfreude
entführt in eine andere welt
 

Programm:
Das Konzert wird in zwei Teilen erklingen mit einer kleinen Pause dazwischen.

Erster Teil:
arriver
fünf miniaturen
acht saiten
zwei stimmen
eins plus drei
mots
sans mots
zwei plus zwei

Pause

Im zweiten Teil wird Cantastrozzi ohne vereinbartes Konzept auch die Form improvisierend entstehen lassen.
 

Die Künstlerinnen:

Christina Dieterle
Geb. 1942
Musikpädagogin
Primarlehrerin,
Konservatorium Basel
Weiterbildung bei Kato Havas
Pädagogische Tätigkeit als Geigenlehrerin
Improvisation und europäische Volksmusik
Geigerin in der Gruppe «Gad ase» und im Ensemble «cantastrozzi»

«...beim Improvisieren fällt die Umsetzungsarbeit einer Komposition weg. Es ergibt sich ein Zwiegespräch zwischen mir und meinem Instrument und mit den andern Musizierenden...»

Meie Lutz
Geb. 1950
Primarlehrerin. Orgellehrdiplom
Weiterbildung in Körper- und Stimmarbeit
Sing-Arbeit mit Kindern und Erwachsenen
Schreiben von Liedern, Gedichten, Chorsätzen

«... ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Musik einfach da ist, wenn man die Ohren öffnet. Das freie Improvisieren ist für mich eine wunderbare Möglichkeit, mich unzensuriert dem Augenblick hinzugeben und mich von entstehenden Ordnungen überraschen zu lassen...»

Lilo Marburg - Hefti
Geb. 1957
Künstlerin und Kunsttherapeutin
Sängerin
Lebt und arbeitet im Glarnerland

«...Ankommen in vertrauten Räumen, die nie zuvor betreten wurden. Sie mit Klarheit und Präsenz ausfüllen. Ein sinnlich wahrhaftiges Geschehen und doch nicht greifbar. Ist der letzte Ton verklungen, löst sich alles auf, einer Illusion gleich...»

Brigitte Meyer
Geb. 1954
Lebt, musiziert und arbeitet in St.Gallen
Studium in Deutsch und Geschichte; Unterrichtstätigkeit; Theaterregie, Coaching.
Heute als Projektleiterin tätig.
Nach Anfängen auf Klavier und Gitarre Entdeckung des Cellos und der Stimme.
Intensive Beschäftigung mit freier Improvisation.
Künstlerische Zusammenarbeit mit «Bunte Hörschlaufen» in Zürich und Andrea Martina Graf.

«...mit grossen ohren in den raum gehen, klingen, anderen klängen begegnen
gemeinsam ein klanggebilde entwickeln.
nie steht es, immer könnte es zerfallen, doch nein, ein
klangfaden hält, wird aufgegriffen, weitergesponnen, nächster raum öffnet sich..stille.»
 

Gedanken zur Improvisation
was ist Improvisation?

anfangen - hören - klingen -tönen-gestalten-
hören - unterbrechen-entwickeln-
hören - tosen-innehalten-ausbrechen- ineinanderklingen-
hören - auseinanderdriften - durchwirken-entflechten- aufbäumen-

-- und den schluss finden

 


KOMPOSITIONEN
ZU ROBERT WALSER
VON BRUNO KARRER
Freitag, 27. November 2009, 20 Uhr, Pfalzkeller St.Gallen

Elisabeth Nicolussi, Sopran
Petra Belenta, Violine
Harald Proeckl, Akkordeon
Simone Keller, Klavier

Drei Liederzyklen für Stimme,
Violine und Akkordeon,
nach Gedichten von Robert Walser

Walser I – Das Alles
für Stimme und Akkordeon
Walser II – Abendschnee
für Stimme, Violine und Akkordeon
Walser III – So durch die Bäume fällt
für Stimme und Violine
(alle 2006)

Walser-Fantasie für Klavier solo (2007, UA)

 

Robert Walser
(15.04.1878, Biel – 25.12.1956, Herisau)
Nach Zeit seines Lebens eher dürftigem Erfolg ist die Zahl der Walser-Leser unter anderem deshalb erheblich gewachsen, da sich herumgesprochen hat, dass Franz Kafka ihn sehr hochschätzte. Dieser tat dies wohl vor allem aufgrund einer untergründig geistig-seelischen Verwandtschaft, wobei auf der Bühne der menschlichen Komödie Kafka den düsteren, Walser den heiteren Melancholiker gibt.
1933 verschwand er, ohne bis zum Lebensende noch eine Zeile zu schreiben, dennoch geistig ungebrochen, wie sein ihn regelmäßig besuchender und einzig verbliebener Freund Carl Seelig feststellen konnte, in der Heilanstalt Herisau, da er im Leben draußen allein nicht mehr zurechtkam und kein Angehöriger sich bereit fand, ihm einen Teil seines Lebens zu opfern. Die inzwischen entschieden angezweifelte Diagnose lautete auf Schizophrenie. Bis ans Ende, als er 1956, am ersten Weihnachtstag, tot in den Schnee fiel, machte er seine einsamen Spaziergänge, die ihn immer schon dichterisch inspiriert hatten und sein eigentliches Lebensthema waren.

Zu den Walser Kompositionen
Ähnlich wie Musik sich schwer nacherzählen lässt, ist es auch mit vielen Texten von Robert Walser: sie lassen sich nur schwer nacherzählen im Sinne von «da geht es um dies und das». Walser geht oft von kleinsten, alltäglichen Beobachtungen aus und entsprechend unspektakulär, ja beinahe banal, wirken seine Geschichten zunächst. Erst wenn man sich auf seine Gedankengänge einlässt, sich seinen minutiösen Beschreibungen und Mutmassungen überlässt, erschliesst sich seine überaus reiche Welt voller beinahe blindwütiger Liebe allem kreatürlichen gegenüber.
Provokatives Understatement wird Walser nachgesagt, es gibt auch Versuche, ihn ins Politische zu wenden und vieles mehr – wie dem auch sei, seine Texte fordern heftig zu eigener Positionierung und Aktivität im Mitvollzug.
Meine Musik dazu fordert vielleicht Ähnliches und stellt sich, wie Walsers Texte, in ungesichertes Terrain, im Sinne von vermeiden von Allgemeinplätzen Neuer Musik – auf die Gefahr hin, der Redundanz bezichtigt zu werden aber gleichzeitig doch eingebettet zu sein in das weite, historisch-diskursive Spiegelkabinett dieses umstrittenen Phänomens.
In den drei Liederzyklen wollte ich ganz auf die Texte eingehen und sie nicht in «meine Sprache» zwingen. So kommen die einzelnen Nummern denn auch manchmal recht putzig daher, etwas lumpen- und galgenliedermässig, manchmal gar quasi volkstümlich, heiter melancholisch eben – aber nicht nur und nicht immer…
Die Fantasie ist ein Arrangement dieser drei Zyklen für Klavier solo, gekürzt und wo nötig ergänzt – ohne die Worte vielleicht umso sprechender? – Jedenfalls brauchte ich die Fantasie, um mich von Walser und vom «Walsern» wieder lösen zu können.
Während Sie heute Abend den Walser-Wort-Text also einmal hören, hören Sie den Walser-Musik-Text dagegen zweimal, dies allerdings in sehr unterschiedlichen Versionen.

Bruno Karrer (25.12.1956)
Bruno Karrer hat nach einer Lehrerausbildung das Konzertdiplom für Gitarre an der Musikhochschule Winterthur erworben. Danach folgten Studien in Theorie und Komposition. Er konzertierte in verschiedenen Kammermusikbesetzungen wie auch solistisch. Als Professor für Musiktheorie, Komposition, Musikgeschichte und Kammermusik doziert er seit 1986 an der Hochschule für Musik und Theater Winterthur-Zürich (heute Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK).
Die kompositorische Auseinandersetzung wurde seit 1987 immer zentraler und schlug sich in zahlreichen Werken nieder, die meisten geschrieben im Auftrag verschiedener Interpreten, Ensembles und Institutionen (u.a. Pro Helvetia und schweizerischer Tonkünstlerverein). Gewinner eines Werkbeitrages der Stadt St.Gallen (1992), sowie des Kanton St.Gallen (1998). Durch die Mitarbeit bei Contrapunkt (seit 1992), seit 2005 als Präsident, setzt er sich auch aktiv für die Realisierung und lebendige Vermittlung von Neuer Musik ein.
Ausgehend von der Ästhetik und den Techniken der klassischen Avantgarde gelangte Bruno Karrer zu einer von gefestigten Stilen unabhängigen Schreibweise. Dabei steht die Suche nach dichtesten musikalischen Aussagen mit einfachsten Mitteln im Zentrum. Aussage und Mittel stehen dabei zueinander wie Emotion und Konstruktion – sie befruchten und bedingen sich gegenseitig.

Elisabeth Nicolussi, Sopran
Elisabeth Nicolussi lebt in Innsbruck, unterrichtet und betreibt eine rege Konzerttätigkeit vor allem auch im Bereich der Neuen Musik. Walser I ist auf ihre Anregung hin entstanden und ihr gewidmet. Sie hat vor 3 Jahren zusammen mit Harald Proeckl und Markus Ebner die drei Walser Zyklen uraufgeführt.

Petra Belenta, Violine
Petra Belenta ist in Ungarn geboren, studierte in Salzburg wie in Graz und lebt in Salzburg. Petra Belenta ist kammermusikalisch wie auch solistisch tätig in verschiedenen Ensembles und Orchestern im In- und Ausland.

Harald Proeckl, Akkordeon
Harald Proeckl spielt seit seiner Kindheit zufällig Akkordeon, traditionell, klassisch, improvisierend und zeitgenössisch, spielt in verschiedensten Ländern und in verschiedensten Projekten mit verschiedensten Leuten, unterrichtet am Konservatorium Innsbruck, leitet das Tiroler Ensemble für Neue Musik und hofft, dass das alles so weitergeht.

Simone Keller, Klavier
Geboren 1980 in Weinfelden, studierte Klavier an der Musikhochschule Zürich bei Hans-Jürg Strub und schloss 2006 mit dem Konzertdiplom ab. Sie besuchte verschiedene Meisterkurse und erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen.
Simone Keller tritt solistisch und kammermusikalisch in verschiedenen Formationen und Stilrichtungen in der Schweiz, in Europa und in Asien auf (u.a. Collegium Novum, Ensemble TaG, Musikkollegium Winterthur).
Simone Kellers besonderes Interesse gilt der zeitgenössischen Musik. So sind zahlreiche Kompositionen und Konzert-Konzepte auf ihre Anregung hin entstanden, ausserdem engagiert sie sich für die Vermittlung Neuer Musik (Kompositionswerkstatt mit dem Luzerner Sinfonieorchester), wirkte als künstlerische Leiterin der Konzertreihe in der Galerie für AUG+OHR in Zürich und leitet das Weinfelder Musikfestival.

 


ZWISCHEN DEN WELTEN

Freitag, 15. Januar 2010, 20 Uhr, Kirche St.Mangen, St.Gallen

eine Konzertlesung mit
Barbara Camenzind, Sopran, Kompositionen
Jürgen Natter, Orgel, Improvisationen
Robert Schneider, Autor (Schlafes Bruder)
Lyrik und Rezitation
und weiteren Werken von Michael Floredo
und Manuela Kerer

Programm

1. Barbara Camenzind (*1974)
Paraphrase XII für Sopran solo (UA)

(Der von Kürenberc, 12. Jahrhundert):
«Der tunkele sterne/sam der birget sich/als tuo du,
frouwe schoene, sô du sehest mich: sô lâ din ougen
gên an einen andern man. son weis doch lützel ieman/
wiez undr uns zwein ist getân.
Wip vil schoene, nu var du sam mir. liep unde leide/
daz teile ich sant dir. die wîle unz ich das leben hân/
sô bist du mir vil liep/ wan minnest einen boesen,
des engan ich dir niet».


Sehen- und lieben den einen. Singen- und lieben
den anderen.

2. Robert Schneider (*1961)
«Vier Gedichte zur Nacht» (2007)

3. Michael Floredo (*1967)
«Nacht» für Orgel (2001)

4. Barbara Camenzind
Paraphrase III für Sopran Solo (2003)

(Markgrave von Hohenburc, 13. Jahrhundert)
«Ich wache umb eines ritters lîp/ und um din êre,
schoene wîp: weck in, frouwe! got gebe daz es uns wôl
ergê- daz er erwache und nieman mê: wecke in, frouwe!
est an der zît, nit langer bît/ ich bîte ouch nît, wan dur
den willen sîn. wiltun bewarn, so heiz ihn varn: verslafet er,
sost gar diu schulde dîn. wecke in, frouwe!
Dîn lîp, der müeze unsaelic sîn, wahtaere, und al daz
singen dîn! slaf geselle! dîn wachen daz waer allez guot:
dîn wecken mir unsanfte tuot. slaf geselle! …
«din zorn sî dir vil gar vertragen/ der ritter sol niht hie
betagen, wecke in, frouwe! ...vil saelic wip, sol der den
lip verliesen, so sin wir mit im verlorn. ich singe ich sage,
est an dem tage, nu wecke in, wande in wecket doch mîn
horn. wecke in frouwe!»


Ein Weckruf, geschrieben um 4.23 Uhr, kurz vor
Sonnenaufgang, in Bassano.

5. Robert Schneider «Die Tür» aus:
«Der Papst und das Mädchen» (2002)

«Das Furchtbare in der Liebe ist die Hoffnung»

6. Manuela Kerer (*1980): «DotCom»
LuftBlase für Sopran und Orgel (UA)
Akt aus der Zwischenwelt der Habgier

7. Robert Schneider
«Der rheintalische Mensch» aus:
«Die Luftgängerin» (2000)

…eine «Luftgängerin» eben, die nur auf ihr Herz hört
und vor nichts und niemandem Angst hat.

8. Johann Sebastian Bach (1685-1750)/
Jürgen Natter (*1982)
Toccata in C-Dur BWV 564 und Improvisation

9. Barbara Camenzind/Jürgen Natter/
Robert Schneider
«Zwischen den Welten», eine Begegnung
mit «Schlafes Bruder» (1992) (UA)

Auf dem Rückweg in sein Heimatdorf erinnert sich Elias
der Worte eines Wanderpredigers, dem er einmal
gelauscht hat und der sagte, dass ein wahrhaft Liebender
niemals schlafe.

 

Die Neugier oder Sehnsucht nach dem «Dazwischen» haben Robert Schneider, Barbara Camenzind und Jürgen Natter in diesem Projekt vereint. Robert Schneider hat mit seinen Romanfiguren, wie in «Schlafes Bruder», die menschlichen Grenzgänger zu seinem Thema gemacht. Barbara Camenzinds Paraphrasen über Gedichte aus der Manessischen Liederhandschrift sind eine zeitgenössische Liebeserklärung an die «Minne» mit ihren Widersprüchen und dem Singen ohne Netz und doppelten Boden. Jürgen Natter ist mit der Orgel in der Welt jenseits des wörtlich fassbaren unterwegs. Die Werke des Vorarlberger Komponisten Michael Floredo und der jungen Südtiroler Komponistin Manuela Kerer sind weitere Zwischenräume, die einerseits traumwandlerisch begangen werden – oder uns, wenn auch augenzwinkernd, die Abgründe des menschlichen Daseins eröffnen.

Zwischen den Welten
lesend/musizierend/komponierend/schreibend:

Barbara Camenzind wuchs am Bodensee und im Appenzellerland auf, ist Sängerin, Komponistin, Musikantin, Geschichtenliebhaberin und Pferdefrau. Gesangsstudium am Vorarlberger Landeskonservatorium in Feldkirch und am Tiroler Landeskonservatorium bei Barbara Daniels sowie Komposition bei Martin Lichtfuss. Förderbeitrag für Gesang und Komposition von der Kulturstiftung des Kantons Appenzell Ausserrhoden. Engagements an Opernbühnen in Deutschland, Österreich und Frankreich, an der Schubertiade Schwarzenberg. Teilnahme an Festivals für Neue Musik in Wien, Salzburg, Innsbruck und Bozen, sowie in Deutschland. Sie lebt in Rorschach und widmet sich neben ihrer Musik der Reitkunst und der Berufsbildung für Menschen mit einer Behinderung.

Jürgen Natter ist Organist, Cembalist und Dirigent.
Studium am Vorarlberger Landeskonservatorium bei Walfried Kraher und Elisabeth Zawadtke. Ergänzend dazu Klavier, Cembalo und Dirigieren.
2006 beendete er sein Konzertfachstudium an der Musik-Akademie Basel (Guy Bovet, Rudolf Lutz). Schon während der Ausbildung wurde er stellvertretender Organist am Dom zu Feldkirch. Neben der Neuen Musik setzt er sich für die Verbreitung der Werke unbekannterer Orgelkomponisten ein, z.B. Andre Asriel, sowie von Komponisten der ehemaligen DDR. Seit 2008 leitet er das Karl Richter-Ensemble Vorarlberg.

Robert Schneider, lebt und arbeitet in Meschach, einem Bergbauerndorf in Vorarlberg. Im Jahr 1992 erscheint sein erster Roman «Schlafes Bruder», der zu einem sensationellen Bucherfolg wird. Es folgt 1998 «Die Luftgängerin». «Die Unberührten» (2000) schliesst die «Rheintalische Trilogie» ab. Seinem vierten Roman «Schatten» (2002) folgt die kleine Erzählung «Der Papst und das Mädchen» sowie 2004 «Kristus». 2007 erscheint der grosse Roman «Die Offenbarungen» über den Musikforscher Jakob Kemper. Seine Bücher sind beim Aufbau Verlag in Deutschland erschienen.

Michael Floredo: Schon seit frühester Kindheit Notationsversuche und erste Kompositionen. Studium am Landeskonservatorium Feldkirch bei Gerold Amann, arbeitet in Vorarlberg als freischaffender Komponist, Organist und Pädagoge. 1991 wurde er mit dem Internationaler Bodenseepreis für Komponisten ausgezeichnet und erhielt 1997 das österreichische Staatsstipendium, sowie 2000 die Auszeichnung der «Missa Opera» mit dem Sonderpreis der Päpstlichen Akademien, Rom. Seine Werke wurden u.a. in Österreich, Tschechien, Russland und in Israel aufgeführt.

Manuela Kerer, Komponistin, Geigerin, Psychologin und Juristin aus Brixen in Südtirol, schuf Werke für den ORF, für die Schwazer Klangspuren, die Opern «Rasura» und «Die Prozession der Käfer». Kompositionsstudium bei Martin Lichtfuss am Landeskonservatorium in Innsbruck. Dissertationen im Bereich Psychiatrie «Das musikalische Gedächtnis von Menschen mit Demenzerkrankung» und «Die Entwicklung der Rechte der Komponisten» im Bereich Rechtswissenschaften. Sie ist Preisträgerin des «Walther-von der Vogelweide-Preises» 2009 von Südtirol.

 


NOUVEL ENSEMBLE
CONTEMPORAIN

Freitag, 26. März 2010, 20 Uhr, Tonhalle St.Gallen, grosser Saal

David Philip Hefti, Violinkonzert
Charles Uzor, Violinkonzert

Ltg. Pierre-Alain Monot

Rahel Cunz, Solistin

 

David Philip Hefti
Wunderhorn-Musik (2008)
7 Klangbilder für Violine und Ensemble

1. Das Wunderhorn
2. Der Ritter und die Magd
3. Die Wahrheit
4. Abendstern
5. An einen Boten
6. Die Greuelhochzeit
7. Des Hirten Einsamkeit

Die Komposition «Wunderhorn-Musik» wurde von der Liedersammlung «Des Knaben Wunderhorn» inspiriert, die im Jahre 1806 von Clemens Brentano und Achim von Arnim herausgegeben wurde. Der Untertitel «7 Klangbilder für Violine und Ensemble» weist darauf hin, dass der Textvorlage im Entstehungsprozess dieser Musik weder bildhaft noch lautmalerisch gefolgt wurde. Vielmehr ist diese Komposition eine Vertonung von Impressionen, die subjektiv bei der Lektüre der 7 Texte hervorgerufen wurden. Da bereits die Titel der einzelnen Sätze die Phantasie anregen, ist es für das Verständnis dieser Musik nicht erforderlich, die Texte zu kennen. Die homogene Gruppierung der Instrumente (z.B. deren Zusammenfassung nach Registern) zu Beginn der Komposition löst sich allmählich auf. Dies hat u.a. zur Folge, dass sich die Violine permanent zwischen ihrer solistischen Funktion und kammermusikalischer Gleichberechtigung entscheiden muss. Die Palette an Farben reicht vom fragilen, fein schattierten Ton bis hin zu sperrigen, widerborstigen Klangblöcken. Die strukturellen Bezüge, die Temporelationen und die Verwandtschaft von Motiven verbinden die 7 Sätze zu einem facettenreichen Bild.

David Philip Hefti (*1975), Gewinner des renommierten George Enescu Wettbewerbes und Preisträger des Witold Lutoslawski Wettbewerbes, studierte Komposition, Dirigieren, Klarinette und Kammermusik bei Wolfgang Rihm, Cristóbal Halffter, Wolfgang Meyer, Rudolf Kelterborn und Elmar Schmid in Winterthur, Zürich und Karlsruhe. Er trat an den Festivals «Musica de Hoy» in Madrid, Pablo Casals in Prades, EuroArt in Prag, «Beijing Modern», Suntory in Tokyo und als «artist in residence» an der internationalen Musikbiennale von São Paulo auf. Konzerte verbinden ihn mit Solisten wie Fabio Di Càsola, Thomas Grossenbacher, Thomas Indermühle, Wolfgang Meyer, Sylvia Nopper, Primoz Novsak, Oliver Schnyder, Wen-Sinn Yang und Dirigenten wie David Zinman, Ralf Weikert, Jac van Steen, Michael Sanderling, Cristóbal Halffter und Howard Griffiths. Heftis Schaffen bringt ihn zusammen mit Orchestern wie der Tokyo Sinfonietta, den Augsburger Philharmonikern, dem Sinfonieorchester São Paulo, dem Ensemble Calliopée Paris, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Collegium Novum Zürich.

 

Charles Uzor
For Aung San Suu Kyi
(Violinkonzert 2008-10 / UA)

I
II Mouvement

Mein Violinkonzert ist der birmesischen Friedenskämpferin Aung San Suu Kyi gewidmet. Es ergreift Partei für die politische Hommage und behält die Stille einer Liebeserklärung, eine Intimität, die niemanden sonst etwas angeht. Es ist ein Stück der Bewunderungen für die Integrität einer Frau, und gleichzeitig ist es skeptisch gegenüber demonstrativer «political correctness». For Aung San Suu Kyi komponierte ich 2008-10. Pro Helvetia, die das Werk in Auftrag gab, möchte ich danken.

I
Der 1. Satz reibt sich an der klassischen Konzertform, als wäre er ein Hauptsatz, der das Hauptsächliche immer wieder ausspart: Ist es die Solostimme, die sich in der Solokadenz endlich aussprechen kann, oder sind es die hellen, sich immer wieder neu mischenden Klangfarben, die gegen Ende des Satzes eine taktile Stofflichkeit gewinnen? Oder ist das Thema die pure Spielfreude, die vielen horrend schweren Läufe in der Solovioline, oder die kaum erkennbare Machault-Klage Tels rit au main qui au soir pleure? Entsprechend der Zwölftonreihe, die zu Beginn in der Violine erklingt, habe ich zwölf rotierende «Akkorde» charakterisiert, die am Ende des Stücks in vereinfachtem Ausdruck miteinander kommunizieren: «dicht», «zwitterhaft», «suspended», «scharf», «mystisch», «skrjabinsch», «warm», «löchrig», «klar», «pathetisch», «vermischt», «episch».

II Mouvement
Als ich zum ersten Mal Beethovens «Geister»-Trio hörte, war ich unmittelbar betroffen von der Bewegung des zweiten Satz. Was bedeutet «Bewegung» heute, und wie könnte man diese in der zeitgenössischen Musik neu komponieren? Eine Bewegung, die uns nicht durch ihre melodischen Signale rührt, sondern als Folge einer sorgfältigen Konstruktion, eines Pulses, der so langsam ist, dass der Körper gleichsam in Erwartung des Klangs sich zu bewegen beginnt.
Der Puls in Mouvement wird durch kontinuierliches accelerando und ritardando getrieben, gestaucht und gedehnt. Dieses elastische Band fast unmerklicher Tempoverschiebung, sowie die Abfolge der Akkorde geschieht unabhängig von der Melodie: eine durchkonstruierte Musik, die primär nichts mit Gefühlen zu tun hat, und die doch wie ein Körper atmet.

Charles Uzor (1961). Mit sieben Jahren kam er aus seiner Heimat Nigeria in die Schweiz; 1982 Beginn des Musikstudiums in Rom, anschliessend Oboe und Komposition an den Musikhochschulen Bern und Zürich. 1986 Postgraduate-Studium an der Royal Academy of Music in London; 1990 Rezital-Diplom sowie Master in Komposition (University of London). Danach Rückkehr in die Schweiz und Dissertation über Melodie und innerliches Zeitbewusstsein.
Sein Schaffen umfasst Opern, Tanz-, Orchester- und Chorwerke, sein Hauptinteresse liegt jedoch auf Werken für kleinere Besetzung und Gesang.
Werkauswahl: Canto 1-4 (für Frauenstimme und Ensemble), Notre Vie (für Stimmen und Ensemble) Ricercare (Klavierkonzert), Go (Ballett), Zimzum (für 2 Gitarren), qui ainsi me refait… (für Gitarrenquartett), Shakespeare’s Sonnet 65 (für Streichquartett und Tonband), mehrere Melodies, La Princesse de Samarkand für Perkussion solo, a chantar m’er de so q’ieu no voldria… für Klarinettenquintett/Tonband, qui plus aime für Schlagzeugquartett/Tonband und Das süsseste Leben (drei Lieder nach Texten von Novalis).

 

Rahel Cunz erhielt ihre musikalische Ausbildung bei Rudolf Bamert in Zürich und bei Aida Stucki-Piraccini an der Hochschule für Musik und Theater in Winterthur. Diese Studien wurden ergänzt durch die aktive Teilnahme an Meisterklassen von Joseph Gingold und Gérard Poulet in Greensboro, USA, von Boris Belkin in Siena und von Rainer Kussmaul an der Carl-Flesch-Akademie in Baden-Baden.
Rahel Cunz war erste Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe. Seit 1994 ist sie im Teilpensum als Konzertmeisterin Orchester Musikkollegium Winterthur angestellt. Neben dieser Aufgabe übt sie eine vielseitige Konzerttätigkeit aus, sowohl als Solistin mit verschiedenen Orchestern im In- und Ausland, wie auch als Kammermusikerin in den verschiedensten Formationen, z.B. im Collegium Novum Zürich. Sie realisierte Radioaufnahmen und war Gast an verschiedenen Festivals (Riva del Garda, Prager Sommer, Braunwald und Davos)

Das Nouvel Ensemble Contemporain (NEC) wurde 1995 gegründet. Teilnahme an zahlreichen Festivals, insbesondere in China und Frankreich. Diese Tourneen bestärken das Ensemble in seiner Rolle als Botschafter der Neuen Musik und zeugen von der Lebendigkeit der Schweizer Musikinstitutionen. In unserem Land konnte das NEC in Basel, Genf, Lausanne, Neuchâtel, Biel, Bern, Zürich, Schaffhausen und Winterthur gehört werden. Ferner ist es privilegierter Gast beim «Festival des Jardins Musicaux». Pierre-Alain Monot, Solotrompeter beim Orchester des Musikkollegiums Winterthur, studierte Komposition und Dirigieren. Sein Repertoire umfasst eine breite Auswahl von über 250 Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert und auch gewisse Abschnitte der Klassik, sowie weniger bekannte Werke der Romantik und der Postromantik. Seit 1995 ist er Chefdirigent des Nouvel Ensemble Contemporain.

 


SOLOABEND MIT
JUHANI PALOLA, VIOLINE

Freitag, 11. Juni 2010, 20 Uhr, Pfalzkeller St.Gallen

Wladimir Vogel, Monophonie
Bruno Karrer, SPIRALES
Klaus Wiede, Sonate für Violine solo
Maria Niederberger, Mountain Visions (UA)
Maja Ciobanu, Journal für Violine und Tonband

Programm
Wladimir Vogel (1896-1984)
Monophonie (1974), 7’

Bruno Karrer (*1956)
SPIRALES (2004/2005), 15’

Klaus Wiede (*1950)
Sonate für Violine solo (ca. 1985), 14’

Maria Niederberger (*1949)
Mountain Visions (2009, 2010 UA), 10’
Awakening (Erwachen)
Glistening Leaves (Glänzendes Laub)
Winter Escapade (Winterausflug) (Wolves at Bays Mountain 2009)
Avian Creatures


Maia Ciobanu (*1952)
Journal für Vln&Tonband (1999), 16’

Juhani Palola Violine
1952 in Helsinki geboren, studierte in seiner Heimatstadt Oulu bei Prof. Tatjana Pogozeva und Prof. Pertti Sutinen, danach weitere Studien (u.a. an der Sibelius-Akademie). Dirigierunterricht bei Stanislav Koudelka in St.Gallen.
Nach einem erfolgreichen solistischen Debut im Jahre 1968, war er Mitglied des Radiosymphonieorchesters Helsinki und 1. Konzertmeister des Städtischen Orchesters in Oulu. 1982-2003 lebte er in der Schweiz und wirkte kammermusikalisch und solistisch (u.a. 1986-1998 als Primgeiger des Arioso-Quartett’s St.Gallen).
Seit August 2003 Professor für Violine und Kammermusik am Konservatorium und an der Fachhochschule Lahti in Finnland.
Auftritte in vielen europäischen Ländern, u.a mit dem Radiosinfonieorchester Bukarest und mit dem Grossen Tschaikowskij-Sinfonieorchester des Moskauer Rundfunks. Seit 1996 intensive Auseinandersetzung aktueller Musik für Geige solo. Es folgen Kompositionsaufträge. Durch die Zusammenarbeit mit den Komponistinnen und Komponisten in verschiedenen Ländern entstanden auch viele Juhani Palola gewidmete Werke, wie z.B. das im Juni 2002 in Moskau aufgenommene Violinkonzert von Bruno Karrer.

«Warum spiele ich Soloprogramme?»
Musik als Kunst der Emotionen und die Möglichkeit aktuelle Werke für Violine solo zu spielen, war Anlass für die Entstehung des ersten Soloprogrammes von Juhani Palola im Jahre 1996. Dieses vorwiegend aus schweizerischen Kompositionen zusammengestellte Programm wurde in der Schweiz, in Finnland, Albanien und in den USA aufgeführt. Das Programm wurde auch in Form einer CD dokumentiert.

Man versucht oft, die zeitgenössische Musik auch als destruktiv und aggressiv zu bezeichnen. Die meisten aktuellen Werke sind jedoch nicht provokativ, sondern bieten eine neue Art, die Welt durch Musik zu betrachten. Diese Tonsprache hat die Mittel, dem Zuhörer andere Klänge, Gefühle und Informationen zu übermitteln. Ein vorurteilsloses Hören dieser Musik ermöglicht den Weg in diese Klangwelt.

Wladimir Vogel Monophonie
«Drei obstinate Töne» (W.V.) – die Tonsprache dieses Stückes scheint mir wie ein Protokoll der Klarheit. Eine Reihe verschiedener – manchmal mystischer – Klänge, doch einfach und verständlich. Vielfältige Farbemotionen – wie kleine Klangskizzen in einem grossen universalen Zusammenhang – neue Türe öffnend. Drei obstinat-eigensinnige Töne bilden eine Ausgangsbasis, Start zum Aufbruch in musikalisches Neuland.
Die Aktualität des Werkes zur Zeit seiner Entstehung war und ist unbestritten. Aufgrund seiner Nähe zur Arbeitermusikbewegung musste er 1933 aus Deutschland flüchten und zog in die Schweiz, wo er den Rest seines Lebens verbrachte. Er verstarb 1984 in Zürich.
Besondere Bedeutung kommt der von ihm geschaffenen Gattung des Dramma-Oratorio zu, einer Form des Oratoriums, welche sich durch die Verwendung von Sprechstimmen und Sprechchören auszeichnet.

Bruno Karrer SPIRALES
Da ist die ebene Spirale, die archimedische Spirale, die logarithmische Spirale, die hyperbolische Spirale, es gibt die Spiralgalaxie, die dreidimensionale Spirale und die Raumspirale, viele Pflanzen bilden Spiralformen aus – etc.! SPIRALES kann man als Metapher für Vieles lesen. In meinem Stück ist spiralartiges aber auch ganz materialmässig vertreten in vielerlei Hinsicht, das Programm wird zum Material.
Karrer ist Professor für Musiktheorie, Komposition, Musikgeschichte und Kammermusik an der Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK (früher Musikhochschule Winterthur-Zürich).

Klaus Wiede Sonate für Violine solo
«In der Sonate für Violine solo wird das Durchleben einer Leiderfahrung mit einer Form verbunden, die auf eine thematische Reprise zusteuert. Der dramaturgische Ablauf ist darauf angelegt, daß diese Wiederkehr als notwendig und befriedigend empfunden wird. Nun sind auch die thematischen Gesten und Gestalten um die Erfahrungen der bisherigen Musik bereichert. Nun, wieweit man mein Stück als einen Bericht aus der Lebensgeschichte verstehen will, bleibt jedem selbst überlassen. Aber ich hoffe sehr, daß sich das mitteilt, was es mir an erster Stelle ist, nämlich eine Liebeserklärung an den Geigenklang.»
03.03.1950 in Frankfurt am Main geboren. Nach verschiedenen Studien 1982 auch solche in Komposition und Musiktheorie. 2004 Umzug nach Finnland und seit da freischaffender Komponist. Radioproduktion YLE 1 (Finnland), Ehrenpreis Internationaler Kompositionswettbewerb des Kuhmo Kammermusikfestivals, 2009 Stipendium Taiteen keskustoimikunta (Finnland) und Stipendium Oskar Öflund Foundation.

Maria Niederberger Bergvisionen (UA)
Ich habe «Bergvisionen» zwischen 2009 und 2010 für meinen Musikerfreund Juhani Palola geschrieben, der mich seit Jahren immer wieder inspiriert und ermuntert hat, neue Werke für Violine solo zu schreiben. Ich bin ihm für dieses unschätzbare Geschenk sehr dankbar und freue mich auf die Uraufführung bei Contrapunkt.
«Bergvisionen» besteht aus vier kurzen Sätzen, wovon jeder für eine andere Szenerie steht. Diese wiederum beziehen sich auf die Natur in meiner Umgebung. Gegenwärtig lebe ich in Ost-Tennessee in den Blue Ridge Mountains. Diese dicht mit Laubwäldern bewachsenen, uralten Gebirgszüge bieten jeden Frühling während der Blüte und im Herbst beim Farbwechsel des Laubes einen fantastischen Anblick. Die Blue Ridge Mountains sind auch ein natürlicher Lebensraum für viele Wildtiere. Es ist nicht selten, dass man ihnen auf einer Wanderung begegnet.
Obwohl ich keine Programm-Musik schreibe, benutze ich Bilder aus meiner Umgebung, um den Charakter der Sätze zu illustrieren. Die musikalischen Ereignisse sind allerdings nicht so gestaltet, dass sie wie in einem Film je einem Bild zugeeignet wären. Musikalische Formen sind vielmehr abstrakt und folgen eigenen kreativen Prinzipien.
Dr. Maria A.Niederberger ist Professorin für Musiktheorie und Komposition an der East Tennessee State University (Staats-Universität von Ost-Tennessee) in Johnson City. Niederberger ist in der Schweiz aufgewachsen und als junge Frau in die USA emigriert. Sie hat als Konzertmeisterin im Symphonieorchester der UCD (University of California in Davis) gespielt. Während ihres Studiums entwickelte sie ein intensives Interesse am Komponieren und legte während ihren höheren Semestern das Schwergewicht auf Komposition und Theorie. Zahlreiche Stipendien und Werkbeiträge.

Maia Ciobanu Journal 1999
«Journal 1999» erinnert sich an Werke, die zwischen 1998 und 1999 geschrieben wurden. Verschiedene Fragmente werden auseinander genommen und/oder verdreht, manchmal wird eine ganze Gefühlsebene umgestaltet. Aus musikalischer Sicht hat das Werk zwei Säulen die man beobachten kann: die Note H klingt als Fixpunkt durch das Stück und eine freie Rondo-Architektur wird als Mittel für diverse Variationen und Raumebenen benützt.
Maia Ciobanu studierte in Bukarest, u.a. bei Myriam Marbe. Ein Förderungspreis führte sie 1980 nach Deutschland, wo sie auch die Internationalen Kurse für neue Musik in Darmstadt besuchen.
1992 gründete sie das Ensemble “Alternative” mit der Intention, eine engere Beziehung zwischen den Komponisten, den Interpreten und dem Publikum herzustellen. Das Werk von Maia Ciobanu umfasst sowohl symphonische, als auch Kammer- und Chormusik.

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